Das Buch

STÖBERN IM ZETTELKASTEN

Als die Welt noch eine andere war

nun bin ich Dir also gefolgt in die Mangrovensümpfe und auf den Kilimandscharo und noch verschiedene anderen Ecken der Welt – Du hast das alles sehr lebendig beschrieben und es war ein Vergnügen, da auf Deinen Spuren durch die Welt zu trampen! Vielen Dank!

Die Suche nach Erdöl seit den sechziger Jahren im Nigerdelta, in Tunesien, der Osttürkei oder vor der Mississippi-Mündung führte zu vielen interessanten Begegnungen und aufregenden Abenteuern, die alle ihre eigene Geschichte haben. Heute sind einige der Reisen mit großem Risiko verbunden. Biafra hatte nur für ein paar Jahre existiert. Aber der Streit um gerechte Anteile am Öleinkommen und Kompensation für Umweltschäden der Ogoni, eine Minderheit im Nigerdelta, bewegen die Gemüter heute noch.

Lebhaft und anschaulich berichtet Peter Wittich von seinen Touren und Expeditionen aus einer Zeit, als die Welt noch eine andere war. Von einer einsamen Tour zum Gipfel des Kilimanjaro wie vor beinahe fünfzig Jahren können Bergsteiger heute beispielsweise nur noch träumen. Ein Rundgang durch die Ruinenstadt Karthago mit privater Führung öffnete die Augen für Blicke in die bewegte Vergangenheit am Mittelmeer, und Spaziergänge im osttürkischen Diyarbakir waren schon damals nicht immer ganz harmlos …

Begleiten Sie den Autor und erleben Sie diese spannenden Zeiten live mit. Doch Vorsicht: Fernweh und Reiselust sind garantiert!

 

Kommentar eines Lesers
nun bin ich Dir also gefolgt in die Mangrovensümpfe und auf den Kilimandscharo und noch verschiedene anderen Ecken der Welt – Du hast das alles sehr lebendig beschrieben und es war ein Vergnügen, da auf Deinen Spuren durch die Welt zu trampen! Vielen Dank!

INHALT
TEIL EINS
NIGERIA
Im Grossen Delta (im Mangroven Sumpf, Wiedersehen mit Chief Patrick nach dreissig Jahren)
In den grünen Wäldern (Ein gefährlicher Unfall, der am Geburtstag von Biafra glücklich endete.)
Ausflug nach Klein Abua (Das Leben im Dorf, eine unwahrscheinliche Geschichte)
Die süsse Falle Juliet (die Verführung eines Neulings)

OSTAFRIKA KILIMANJARO
Allein zum Dach von Afrika (1969, ehe der Massentourismus den Berg übernahm)

Auf der Suche nach dem Schwarzen Gold

TUNESIEN
Tunesien zum Ersten
Aus der Geschichte des alten Tunesien (Führung durch Karthago)
Zum weissen Sand (eine Expedition zur Südspitze Von Tunesien)

TÜRKEI
Türkisches Mosaik (Abenteuer in Diyarbakir)

TEIL ZWEI
AMERIKANISCHE TRILOGIE
Ende am Mississippi
Jose und der Steinadler

ZWEI ERZÄHLUNGEN
Immer wieder donnerstags
Und die Fabrik freut sich (der alte Streit: Wer war zuerst?)

MEIN ZETTELKASTEN
Das komplizierte Gefüge von Erinnerungen, Begegnungen und Erfahrungen, lässt sich vergleichen mit einer Chinesischen Apotheke. Die Ereignisse liegen in den vielen Schubladen, unter Deckeln der Töpfe und in den Krügen, oder in den Tüten. Man kann diese öffnen, deren Inhalt heraus holen, betrachten, vielleicht ergänzen und dann sorgfältig wieder versorgen. Für einige Schubladen wurden die Schlüssle verlegt, oder gingen verloren, andere klemmen, lassen sich nur schwer öffnen während es solche gibt, die sich selber öffnen um mit ihrem Inhalt als Alptraum das Gewissen und die Nachtruhe zu stören.

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MEINE ZETTEL
Meine berufliche Tätigkeit erforderte schriftliche Dokumentationen und Berichte. Da war immer ein Stück Papier oder ein Notizbuch, in dem ich nicht nur dienstliche, sondern auch private Notizen aufgezeichnet hatte. Dazu kamen Illustrationen mit Skizzen und Zeichnungen. Fehlte Papier, kam es auch mal vor, dass ich Seiten in einem Buch, das ich gerade am Lesen war, überschrieben hatte.

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Für mein aktuelles Buch habe ich in einigen der Schubladen gestöbert und daraus Geschichten geschrieben. Sie zeugen von einer Zeit, als die Welt noch eine andere war.
Biafra hatte nur ein paar Jahre bestanden. Reisen im Urwald sollte man meiden, da Kidnapping Gefahr besteht
Die Altstadt von Diarbakir wird gerade zerstört
Die Südspitze Tunesiens wird vom Militär für Besucher gesperrt.

In meinen Erzählungen kann der Leser diese Gebiete besuchen und sich ein Bild machen, wie es eben mal war.

LESEPROBEN
aus: Südamerikanisches Intermezzo
…die Welt war nicht mehr dieselbe, als ich nach sechs Wochen wieder in Amsterdam landete. Es war, als wäre ich am Ende oder, noch besser, in einer anderen Welt gewesen. Mein Traum war erfüllt und ich hatte keinen Wunsch, kein geographisches Ziel mehr, gesehen, was ich sehen musste, für den Moment.

aus: Tunesien, zum weissen Sand
…”Nur mal los!” ermutigte ich ihn.
Nach einer endlos scheinenden Stunde war endlich eines der Fahrzeuge freigeschaufelt, Nase bergab. Geradeaus schleppte dieses an einem Seil das andere hinterher. Immer langsam, ja nie die Räder durchdrehen lassen, um ein erneutes Eingraben um jeden Preis zu verhindern.
Keiner schien zu atmen… ab und zu den Blick zur Sonne.
Das erleichterte Aufatmen war hörbar als wir ‘dort’ ankamen und zurück gegen die Pipeline abbogen. total erleichtert war ich aber erst, als im Blickfeld meines Feldstechers eine rote Tafel auftauchte, die die vergrabene Röhre markierte. Der Rest war ein Kinderspiel, wenigstens für mich, den Wüste-Navigator

Eine seltsame Geschichte (aus Nigeria)
“Siehst du den Kleinen dort?*, fragte mich Gayus, auf einen Jungen zeigend, der neugierig am Tor eines der Nachbarhäuser erschien und Gayus in seiner Sprache grüsste. “Siehst du seine Gesichtszüge und hörst du, wie er spricht? Alles wie ein alter Mann.”
Ich schaute genauer hin und tatsächlich sah ich die Züge eines alten Mannes im kleinen Gesicht des Jungen, der nach der Grösse beurteilt nicht mehr als sechs Jahre alt sein konnte. “Er ist ein alter Mann, er ist der Vater der Mutter, der als ihr Sohn zurückkam, weil er seine Tochter so liebte”, erzählte mir Gayus, der seine Aussage bestätigen wollte, indem er mit ihm eine kurze Unterhaltung führte. Mein Erstaunen schien so offensichtlich, dass Gayus fragte: “Hast du sowas noch nie gesehen? Hier gibt es das oft, dass Vorfahren zurückkommen, aus Liebe, als Hilfe, aber auch, um offene Rechnungen zu begleichen.” Verwundert schaute ich den Jungen an, der nun meinen Blick mass, bis er, einer Stimme folgend, im Innern verschwand.